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SMS „Ihre FinanzOnline-ID läuft ab“: So erkennen Sie den Betrug

Eine SMS teilt Ihnen mit, Ihre FinanzOnline-ID laufe ab, darunter steht ein Link zum Verlängern oder Aktualisieren. Manchmal kommt dieselbe Botschaft auch als Anruf, angeblich vom …

W Wemgehört-Team 5 Min. Lesezeit 1.028 Wörter
SMS „Ihre FinanzOnline-ID läuft ab“: So erkennen Sie den Betrug

Eine SMS teilt Ihnen mit, Ihre FinanzOnline-ID laufe ab, darunter steht ein Link zum Verlängern oder Aktualisieren. Manchmal kommt dieselbe Botschaft auch als Anruf, angeblich vom Finanzamt. Wer FinanzOnline nutzt, wird kurz unsicher, und genau darauf setzen die Absender.

Ist die SMS „Ihre FinanzOnline-ID läuft ab“ echt?

Nein, es handelt sich um Phishing. Das Finanzministerium hat am 18. Oktober 2026 vor gefälschten Nachrichten gewarnt, die per SMS, E-Mail, Messenger und Telefon im Namen des BMF, des Finanzamts, des Zollamts oder von FinanzOnline verschickt werden.

Das BMF hält dabei zweierlei fest. Es fragt niemals nach Passwörtern oder Kontodaten. Und offizielle Mitteilungen kommen als signierter Bescheid mit der Post oder in die DataBox von FinanzOnline. Eine SMS mit Link, über die Sie Ihren Zugang verlängern sollen, gehört nicht dazu.

So läuft die Masche ab

Die Raiffeisenbank hat am 27. Oktober 2026 eine Warnung zu einer SMS mit dem Text „Ihre FinanzOnline-ID läuft am 22.10.2026 ab“ veröffentlicht. Der Link darin führt zu einem gefälschten Formular. Abgefragt werden dort Bundesland, Verfüger und PIN, also die Angaben, mit denen man ins Online-Banking einsteigt.

Mit dem Steuerkonto hat das Formular wenig zu tun. Gesucht sind die Zugangsdaten zu Ihrem Bankkonto. Wer sie eingibt, ermöglicht den Tätern im schlimmsten Fall, Geld zu überweisen.

Schon am 30. September 2026 hatte dieselbe Bank vor einer SMS zum Klimabonus gewarnt. Das BMF nennt in seiner Meldung weitere Köder: angebliche Steuerrückzahlungen, die Familienbeihilfe und eben den Klimabonus. Bei den Klimabonus-Nachrichten ist laut BMF von Beträgen zwischen 145 und 400 Euro und einer Frist bis 31. Dezember 2026 die Rede.

Woran Sie eine gefälschte FinanzOnline-SMS erkennen

  • Die Nachricht setzt eine knappe Frist, damit Sie nicht lange nachdenken.
  • Sie enthält einen Link, über den Sie Daten bestätigen, aktualisieren oder verlängern sollen.
  • Auf der verlinkten Seite werden PIN, TAN, Kontonummer oder Passwörter verlangt. Das BMF fragt nach eigener Aussage nie danach.
  • Ihnen wird Geld in Aussicht gestellt, etwa eine Rückzahlung oder ein Bonus, den Sie nur noch „abholen“ müssen.
  • Der Absender ist eine gewöhnliche Handynummer. Ein Absendername wie „FinanzOnline“ beweist allerdings auch nichts, denn auch der lässt sich fälschen.

Rufen Sie FinanzOnline nie über einen Link aus einer SMS oder E-Mail auf. Tippen Sie die Adresse selbst ein oder verwenden Sie ein Lesezeichen, das Sie früher angelegt haben. Was das Finanzamt tatsächlich von Ihnen will, finden Sie in der DataBox oder im Postkasten.

Sind Sie sich bei einer Nachricht unsicher, fragen Sie bei Ihrem Finanzamt nach. Die Telefonnummer suchen Sie selbst heraus, nicht aus der SMS. Und reden Sie mit Eltern oder Großeltern über diese Masche: Wer selten Post vom Finanzamt bekommt und FinanzOnline kaum kennt, lässt sich von einer angeblich ablaufenden ID leichter unter Druck setzen.

Fake-Anruf vom Finanzamt: auch das kommt vor

Die Masche läuft nicht nur per SMS. Auf Wemgehort.at beschreibt ein Nutzer einen Anruf, bei dem sich der Anrufer als Finanzamt ausgab. Die Online-ID sei heute fällig, für die Aktualisierung gebe es einen Link. Der Nutzer hatte rasch den Eindruck, dass es nur darum ging, Daten abzugreifen.

Das BMF führt das Telefon ausdrücklich als einen der Wege an, über die Betrüger es versuchen. Legen Sie auf, wenn jemand im Namen des Finanzamts Zugangsdaten, Kontonummern oder eine sofortige Zahlung verlangt. Eine Nummer, die am Display nach Amt aussieht, ist kein Beweis, weil sich Rufnummern fälschen lassen.

Ähnliche Muster finden sich bei anderen Nummern. Auf der Seite zu +4312675391 schildert ein Nutzer eine SMS über eine angebliche Abhebung von seinem BitPanda-Konto in Hanoi, verbunden mit der Aufforderung, eine Nummer anzurufen. Ein solches Konto hat er nach eigener Aussage gar nicht. Bei 0800234671 berichten Nutzer von angeblichen Gewinnen, darunter eine Reise nach Paris und ein Wohnmobil. Der Ablauf ist jeweils ähnlich: zuerst ein Schreck oder ein Versprechen, dann die Bitte um Daten oder um einen Rückruf.

Ich habe auf den Link geklickt oder Daten eingegeben: was tun?

Wie dringend es ist, hängt davon ab, wie weit Sie gekommen sind. Machen Sie zuerst Screenshots von der SMS und, falls noch offen, von der gefälschten Seite. Absendernummer, Uhrzeit und Linkadresse helfen später Bank und Polizei.

  • Wenn Sie den Link nur geöffnet und nichts eingegeben haben, schließen Sie die Seite und laden nichts herunter, was dort angeboten wird. Danach können Sie die SMS melden und löschen.
  • Haben Sie Bankdaten wie Verfüger, PIN oder TAN eingetippt, rufen Sie sofort die Sperr-Hotline Ihrer Bank an und lassen den Online-Banking-Zugang sperren. Kontrollieren Sie anschließend Ihre Umsätze der letzten Tage.
  • Haben Sie Ihre FinanzOnline-Zugangsdaten eingegeben, steigen Sie über die selbst eingetippte Adresse bei FinanzOnline ein und ändern Ihr Passwort.
  • Ist bereits Geld abgebucht worden, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Das geht über den Notruf 133 oder bei jeder Polizeiinspektion. Nehmen Sie die Screenshots und Kontoauszüge mit.

Auch wer nur einen Teil der Daten eingegeben und dann abgebrochen hat, sollte die Bank verständigen. Ob die Angaben bereits übertragen wurden, lässt sich von außen nicht sicher sagen, die Bank kann den Zugang vorsorglich sperren.

Rechnen Sie in den Tagen danach mit Folgeanrufen. Manchmal melden sich angebliche Bankmitarbeiter, die Ihnen helfen wollen, das Geld zurückzuholen, und dabei nach weiteren Codes fragen. Geben Sie auch dann nichts weiter und rufen Sie Ihre Bank über die Nummer auf Ihrer Bankomatkarte an.

SMS melden und Absender blockieren

Die Watchlist Internet informiert auf einer eigenen Seite zu Fälschungen im Namen des BMF. Dort sehen Sie auch, welche Varianten gerade im Umlauf sind, und können verdächtige Nachrichten vergleichen.

Am iPhone öffnen Sie die Nachricht, tippen oben auf den Absender und dann auf „Info“. Dort finden Sie „Anrufer blockieren“, das sperrt auch SMS von dieser Nummer. In Google Messages auf Android halten Sie die Unterhaltung gedrückt und wählen „Blockieren“ oder „Spam melden“. Neue Absender kommen trotzdem durch, die Betrüger wechseln ihre Nummern häufig.

Hat Sie das angebliche Finanzamt angerufen, suchen Sie die Nummer auf Wemgehort.at und hinterlassen Sie einen kurzen Kommentar, was am Telefon gesagt wurde. Persönliche Daten, auch Ihre eigenen, gehören nicht hinein.

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